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WooCommerce-Produkt ohne GTIN, UPC, EAN oder ISBN

Ein leeres GTIN-Feld ist der häufigste Grund, warum ein Produkt unbemerkt aus Google Shopping und anderen Kanälen verschwindet. WooCommerce warnt Sie nicht.

Gruppe
Produktkennungen
Verlässlichkeit
F – Fakt aus der Datenbank
Version
Kostenlos
Aktualisiert
Code
G3a

Woran Sie das Problem erkennen

Ihr Feed-Plugin meldet weniger Produkte, als Ihr Katalog hat. Oder das Merchant Center markiert Artikel als „Nicht genehmigt“, die im Shop völlig in Ordnung aussehen. In WooCommerce funktioniert alles: Das Produkt lässt sich speichern, wird angezeigt und verkauft sich. Das Feld für die Produktkennung ist einfach leer, und keine Ansicht im Administrationsbereich weist Sie darauf hin.

Wo Sie das GTIN-Feld finden. WooCommerce hat seit Version 9.2 ein eigenes Feld dafür, ganz ohne Plugin. Öffnen Sie das Produkt und gehen Sie zu Produktdaten → Lagerbestand: Das Feld unter der Artikelnummer heißt GTIN, UPC, EAN oder ISBN. Bei einem variablen Produkt hat jede Variante dasselbe Feld, im Tab Varianten, unter der Artikelnummer der Variante. In dieses eine Feld passt jede der vier Nummernarten. In der Datenbank heißt es _global_unique_id, in der REST-API global_unique_id, und in einer Produkt-CSV-Datei steht es in der Spalte „GTIN, UPC, EAN oder ISBN“. Finden Sie das Feld nicht, ist Ihr WooCommerce älter als 9.2.

Was das Problem kostet

An der GTIN erkennt jedes System außerhalb Ihres Shops, dass Ihr Produkt und das eines anderen Händlers dasselbe sind. Ohne GTIN:

  • Das Produkt fällt aus dem Feed. Google, Meta und die meisten Preisvergleiche werten eine fehlende Kennung als Grund, das Angebot zu entfernen oder weiter hinten zu zeigen. Eine Benachrichtigung erhalten Sie dabei nicht.
  • Ihr Angebot fehlt im Preisvergleich. Ein Angebot, das zu einem bekannten Produkt passt, kommt in einen gemeinsamen Eintrag mit Rezensionen, Bewertungen und den Preisen anderer Händler. Ein Angebot ohne Treffer steht allein da, ohne all das.
  • Ohne GTIN können Sie auf vielen Marktplätzen nichts anbieten. Für ein neues Angebot verlangt Amazon in den meisten Kategorien eine GTIN (eine Marke ohne Barcodes muss eine Ausnahme beantragen), und eBay fordert sie bei den meisten neuen Markenartikeln. Ohne GTIN lässt sich das Angebot dann entweder gar nicht erstellen, oder es landet in einem eigenen Eintrag, getrennt von dem Produkt, das alle anderen verkaufen. Dort findet es niemand.

Bei einem variablen Produkt gehört die Kennung zu jeder Variante, denn jede Variante ist ein eigener Artikel, den man kauft. Hat das übergeordnete Produkt eine Kennung, die sechs Varianten aber keine, landen im Export sechs Produkte ohne Kennung.

Wenn Sie wegen eines Produktfeeds hier sind: Das ist eine von mehreren Anforderungen, an denen Produkte unbemerkt scheitern. Die Seite Warum Produkte im Google Merchant Center abgelehnt werden geht die übrigen genauso durch, mit der passenden Abfrage zu jeder.

Hat Sie die Warnung der Search Console zur fehlenden globalen Kennung hierhergeführt („No global identifier provided“ in der englischen Oberfläche), lesen Sie, was WooCommerce an Google sendet und warum ein ausgefüllter Code trotzdem fehlen kann.

So prüfen Sie selbst nach

Im Administrationsbereich, ohne Plugin. Seit WooCommerce 10.4 hat die Produktliste eine Spalte „GTIN, UPC, EAN oder ISBN“, die standardmäßig ausgeblendet ist. Öffnen Sie unter Produkte oben Ansicht anpassen (ab WooCommerce 11.0 ist es das Zahnrad oben rechts), setzen Sie den Haken bei dieser Spalte und klicken Sie auf ihre Überschrift: Produkte ohne Nummer erscheinen oben und haben einen Strich in der Spalte. Die Liste zeigt Produkte, keine Varianten. Ein Strich bei einem variablen Produkt sagt also nichts über seine Varianten. Deren Nummern sehen Sie nur im Produkt selbst, im Tab Varianten, eine nach der anderen.

Mit WP-CLI. WooCommerce speichert das Feld als _global_unique_id. Ganz ohne Plugin:

wp db query "SELECT p.ID, p.post_title \
  FROM wp_posts p \
  LEFT JOIN wp_postmeta g ON g.post_id = p.ID AND g.meta_key = '_global_unique_id' \
  WHERE p.post_type IN ('product','product_variation') AND p.post_status = 'publish' \
  AND (g.meta_value IS NULL OR TRIM(g.meta_value) = '') LIMIT 50"

Ersetzen Sie wp_ durch Ihr Tabellenpräfix. Um zu sehen, in welchem Umfang Ihr Katalog überhaupt Kennungen nutzt, zählen Sie die ausgefüllten Felder:

wp db query "SELECT COUNT(*) AS ausgefuellt FROM wp_postmeta \
  WHERE meta_key = '_global_unique_id' AND TRIM(meta_value) <> ''"

Kommt null heraus, nutzt Ihr Shop keine Kennungen. Lesen Sie dann unten den Abschnitt zu Fehlalarmen.

Aus einem Export, ohne etwas zu installieren. Exportieren Sie Ihre Produkte als CSV-Datei (in WooCommerce: Produkte → Exportieren) und öffnen Sie die Datei im Werkzeug EAN prüfen. Es listet die Zeilen ohne Code mit Produktname und Artikelnummer auf und markiert nebenbei Codes mit falscher Prüfziffer. In einem WooCommerce-Export überspringt es variable Produkte, denn die Codes stehen bei ihren Varianten. Die Datei verlässt Ihren Browser nicht.

So beheben Sie das Problem

  1. Öffnen Sie das Produkt, gehen Sie zu Produktdaten → Lagerbestand und füllen Sie GTIN, UPC, EAN oder ISBN aus. Die Nummer vergibt der Hersteller. Sie steht auf der Verpackung unter dem Barcode.
  2. Bei einem variablen Produkt füllen Sie das Feld bei jeder Variante aus, nicht beim übergeordneten Produkt. Verschiedene Größen und Farben sind verschiedene Handelsartikel und haben verschiedene Nummern.
  3. Für viele Produkte auf einmal ordnen Sie beim CSV-Import die Spalte zu. Der Importer von WooCommerce nimmt die Spalte „GTIN, UPC, EAN oder ISBN“ an. Er bereinigt den Wert und lehnt eine Nummer ab, die schon ein anderes Produkt hat, prüft aber weder die Prüfziffer noch die Länge.
  4. Stehen die Nummern schon im Feld eines anderen Plugins, kopieren Sie sie, statt sie neu einzutippen. EAN for WooCommerce macht das selbst (geprüft mit Version 5.6.0, die Bezeichnungen des Plugins sind auf Englisch): WooCommerce → Einstellungen → EAN → Tools → Copy to product meta, mit dem Meta-Schlüssel _global_unique_id. Seine Automatic actions für neue und geänderte Produkte halten das Feld danach gefüllt. Beides ist standardmäßig ausgeschaltet. Die Kopierfunktion schreibt direkt in das Feld und umgeht die Prüfungen von WooCommerce, also gelangt auch eine doppelte Nummer ohne Warnung in das Feld. Lassen Sie das Audit danach noch einmal laufen: Die Prüfung auf doppelte Kennungen zeigt Nummern, die zweimal übernommen wurden. Stehen die Nummern dagegen im Feld eines inzwischen stillgelegten GTIN-Plugins, lesen Sie, wie Sie sie in das Feld von WooCommerce übertragen.
  5. Erfinden Sie keine Nummern. Eine erfundene GTIN ist schlimmer als ein leeres Feld: Eine solche Nummer kollidiert irgendwo mit einem echten Produkt, und das Angebot wird abgelehnt statt nur übersehen.

Woher die Nummer kommt. Ein Produkt einer anderen Marke hat schon eine Nummer vom Hersteller oder Markeninhaber. Übernehmen Sie sie von der Verpackung, statt eine zu kaufen oder selbst eine zu vergeben. Braucht Ihre eigene Marke Nummern, weil ein Marktplatz oder ein Händler sie verlangt, bekommen Sie sie von GS1, über die GS1-Organisation in Ihrem Land: in Deutschland GS1 Germany, in Österreich GS1 Austria, in der Schweiz GS1 Switzerland. Der Preis hängt vom Land ab. Kaufen Sie Nummern nur bei GS1: GS1 US warnt, dass Nummern aus anderen Quellen schon einem anderen Unternehmen zugeordnet sein können, und Amazon gleicht die UPCs von Produkten mit der Datenbank von GS1 ab (GS1 US zu Barcodes für Amazon, Seite auf Englisch).

Wann ein Fehlalarm vorliegt

  • Sie stellen selbst her, was Sie verkaufen. Handgemachtes, eigene Produktion, Einzelanfertigungen und Dienstleistungen haben keinen Hersteller-Barcode und brauchen keinen.
  • Ihr Shop nutzt überhaupt keine Kennungen. Ist das Feld bei keinem einzigen Produkt im Katalog ausgefüllt, wird diese Prüfung nicht ausgeführt: Eine Liste aller Produkte würde Ihnen nichts sagen. Statt tausend Befunden sehen Sie einen Hinweis, der das erklärt.
  • Ihr WooCommerce ist älter als 9.2. Vor dieser Version gab es das Feld nicht, also gibt es noch nichts auszufüllen. Die Prüfung sagt das ausdrücklich, statt Ihren ganzen Katalog zu melden.
  • Die Kennung steht im Feld eines Plugins. Diese Prüfung liest das eigene Feld von WooCommerce. Seit Merchlint 0.3.3 sagt das Audit, wie viele Produkte ihre Nummer nur in einem Feld von EAN for WooCommerce, Germanized for WooCommerce, Trusted Shops Easy Integration, Google for WooCommerce, Customer Reviews for WooCommerce oder Product Feed Manager for WooCommerce haben, und nennt das Feld. Solange die Nummer nicht auch im Feld von WooCommerce steht, beziehen sich die Befunde zu diesen Produkten auf das leere Feld von WooCommerce, nicht auf Ihre Daten. Germanized gibt seine Nummern über das Feld von WooCommerce weiter, wenn dieses leer ist. Mit Germanized sieht diese Prüfung sie also.
  • Geschenkkarten. Seit Version 0.3.5 überspringt Merchlint Geschenkkarten-Produkte aus Geschenkkarten-Plugins. Eine Geschenkkarte hat von Natur aus keinen Hersteller-Barcode.

Wie Merchlint das Problem findet

Merchlint liest _global_unique_id bei jedem veröffentlichten Produkt und bei variablen Produkten bei jeder Variante. Ein variables Produkt ergibt einen Befund mit dem Nachweis „N Varianten ohne GTIN“, nicht einen Befund pro Variante. So werden aus zweihundert variablen Produkten nicht tausend Zeilen.

Die Prüfung wird gar nicht ausgeführt, wenn das Feld im ganzen Katalog leer ist. Stattdessen meldet das Audit, welche Prüfung übersprungen wurde und warum. Diese Entscheidung fällt immer für den ganzen Katalog, nie für einen Teil davon. Zwei Überprüfungen eines unveränderten Shops kommen deshalb immer zum selben Ergebnis.

Merchlint prüft keine Prüfziffer, berücksichtigt weder Marke noch MPN und sagt nie etwas dazu, was eine Vorschrift verlangt. Es meldet eine Tatsache: Das Feld ist leer. Seit Version 0.3.5 zählt auch ein Feld als leer, in dem nur unsichtbare Zeichen stehen, zum Beispiel ein geschütztes Leerzeichen aus einer Tabelle.

Verlässlichkeit: F – Fakt aus der Datenbank. Keine Deutung, kein Grenzwert.

Diese Prüfung ist in der kostenlosen Version enthalten, für jedes Produkt, ohne Obergrenze.

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