Zwei Produkte haben dieselbe GTIN
Eine GTIN steht weltweit für genau einen Artikel. Haben zwei Produkte dieselbe, lehnt ein Shopping-Dienst das Angebot ab oder führt beide Einträge zusammen.
Woran Sie das Problem erkennen
Ein Produkt, an dem Sie nichts geändert haben, verschwindet aus einem Shopping-Dienst. Oder zwei verschiedene Artikel aus Ihrem Shop erscheinen in einem gemeinsamen Eintrag, mit dem falschen Foto. Im Administrationsbereich sieht alles richtig aus: Beide Produkte gibt es, beide haben eine Produktkennung, und WooCommerce hat beim Speichern keine Warnung angezeigt. Gespeichert wurden sie nämlich nicht im Produkt-Editor.
Was das Problem kostet
Eine Produktkennung steht weltweit für genau einen Handelsartikel. Haben zwei Ihrer Produkte dieselbe Kennung, hat das drei Folgen:
- Das Angebot wird abgelehnt. Das Merchant Center wertet eine doppelte Kennung als Datenfehler und entfernt eines der beiden Angebote oder beide.
- Aus zwei Produkten wird ein Eintrag. Ein Preisvergleichsportal führt sie zusammen. Wer auf Ihren günstigeren Artikel klickt, landet auf der Seite des anderen.
- Bestand und Retouren werden falsch verbucht. Jedes System, das Bestellungen über die Kennung einem Produkt zuordnet, nimmt das Produkt, das es zuerst findet.
Wenn Sie wegen eines Produktfeeds hier sind: Eine eindeutige Kennung ist nur eine von mehreren Anforderungen, an denen Produkte unbemerkt scheitern. Die Seite Warum Produkte im Google Merchant Center abgelehnt werden geht die übrigen genauso durch, mit der passenden Abfrage zu jeder.
So prüfen Sie selbst nach
Mit WP-CLI, ganz ohne Plugin:
wp db query "SELECT TRIM(meta_value) AS gtin, COUNT(*) AS n \
FROM wp_postmeta pm JOIN wp_posts p ON p.ID = pm.post_id \
WHERE pm.meta_key = '_global_unique_id' AND TRIM(pm.meta_value) <> '' \
AND p.post_type IN ('product','product_variation') \
AND p.post_status IN ('publish','draft','private') \
GROUP BY TRIM(meta_value) HAVING n > 1"
Ersetzen Sie wp_ durch Ihr Tabellenpräfix. Leere Felder sind absichtlich ausgenommen: Zwanzig Produkte ohne
Kennung haben nicht zwanzigmal dieselbe Nummer.
Aus einem Export, ohne etwas zu installieren. Exportieren Sie Ihre Produkte als CSV-Datei (in WooCommerce: Produkte → Exportieren) und öffnen Sie die Datei im Werkzeug EAN prüfen. Es listet die Codes auf, die mehrfach vorkommen, mit Zeilennummer und Produktnamen, auch dann, wenn derselbe Code verschieden geschrieben ist, etwa einmal mit führender Null oder mit einem unsichtbaren Zeichen. Die Datei verlässt Ihren Browser nicht.
So beheben Sie das Problem
- Klären Sie, zu welchem Produkt die Nummer wirklich gehört. Maßgeblich ist die Verpackung, nicht der Bestellverlauf.
- Leeren Sie das Feld beim anderen Produkt und tragen Sie dessen eigene Nummer ein. Kennen Sie die Nummer nicht, lassen Sie das Feld lieber leer, statt zu raten.
- Handelt es sich um zwei Varianten desselben Produkts, prüfen Sie, ob eine davon von einem gelöschten Attributwert übrig geblieben ist. Solche Varianten löschen Sie meist besser, statt ihnen eine neue Nummer zu geben.
- Korrigieren Sie den Import, aus dem das Duplikat stammt, sonst ist es beim nächsten Import wieder da. Eine doppelte Kennung entsteht fast immer in einer Tabelle, in der ein Wert beim Herunterziehen eine Zeile zu weit kopiert wurde.
Wann ein Fehlalarm vorliegt
- Übersetzungen eines Produkts. Mit WPML oder Polylang gibt es ein Produkt in mehreren Sprachversionen, und alle tragen zu Recht dieselbe Kennung. Merchlint zählt eine Übersetzungsgruppe als ein Produkt. Ist Ihr mehrsprachiger Shop anders aufgebaut, blenden Sie den Befund im Bericht aus.
- Derselbe Artikel in mehreren Packungsgrößen. Manche Shops bieten einen Artikel in mehreren Packungsgrößen an und rechnen pro Stück ab. Genau genommen braucht jede Packungsgröße eine eigene GTIN. Solange Sie diese Nummern nicht haben, ist die gemeinsame GTIN eine bekannte Notlösung und kein Fehler.
- Ein Entwurf als Ersatz, den Sie für ein bestehendes Produkt vorbereiten, bevor Sie das ursprüngliche aus dem Sortiment nehmen.
Wie Merchlint das Problem findet
Merchlint liest _global_unique_id bei veröffentlichten Produkten und bei ihren Varianten, gruppiert nach
dem Wert, lässt leere Felder außer Acht und meldet jedes Produkt, das seine Nummer mit einem anderen Produkt,
mit der Variante eines anderen Produkts oder mit einer eigenen Variante teilt. Der Abgleich läuft
einmal über den ganzen Shop, nicht abschnittsweise: Ein Duplikat, dessen Gegenstück in einem anderen Teil des
Katalogs steht, bleibt ein Duplikat. Varianten im Papierkorb zählen nie.
Nummern werden so verglichen, wie ein Mensch sie liest. Seit Version 0.3.5 macht ein unsichtbares Zeichen oder ein geschütztes Leerzeichen (beides wird beim Einfügen aus einer Tabelle oft mitkopiert) aus einer Nummer keine andere Nummer, und Leerzeichen am Anfang und am Ende werden ignoriert. Vor 0.3.5 hing das Ergebnis von der Datenbank des Shops ab: Unter MySQL 8 blieb ein solches Duplikat unentdeckt, oder nur eines der beiden Produkte wurde gemeldet.
Ein Fall bleibt außen vor: zwei Varianten eines Produkts mit derselben Nummer, während das Produkt selbst keine hat. Ein Befund gehört zu einem Produkt, und hier gibt es keines, dem er sich zuordnen ließe.
Warum ein Produkt und seine eigene Variante so oft dieselbe Nummer haben. Importwerkzeuge erstellen ein variables Produkt, indem sie seine erste Variante klonen oder die Felder des übergeordneten Produkts auf die Variante kopieren, und die Nummer wandert mit. Beim Speichern im Produkt-Editor lässt WooCommerce ein solches Paar nicht zu, denn seit 9.2 muss die Nummer über alle Produkte und Varianten hinweg eindeutig sein. Ein Import schreibt die Nummer aber direkt in die Datenbank, ohne Warnung. Wichtig wird das, wenn Ihr Feed das übergeordnete Produkt zusammen mit seinen Varianten enthält: Dann stehen zwei Artikel mit derselben Nummer im Feed. Sicher beheben Sie das, indem Sie die Nummer beim übergeordneten Produkt löschen, denn bei einem variablen Produkt zählen die Nummern der Varianten.
Vor dem Gruppieren werden Übersetzungen ihrem Ausgangsprodukt zugeordnet: Zwei Sprachversionen eines Produkts zählen als ein Produkt, sodass ein zweisprachiger Shop nicht für jedes übersetzte Paar zwei Befunde bekommt.
Anders als bei der Prüfung auf fehlende Produktkennungen gibt es hier keinen Schwellenwert für den ganzen Katalog. Eine fehlende Kennung kann eine bewusste Entscheidung sein, ein Duplikat nie: Jemand hat dieselbe Nummer zweimal eingetragen.
Verlässlichkeit: F – Fakt aus der Datenbank. Keine Deutung, kein Grenzwert.
Diese Prüfung ist in der kostenlosen Version enthalten, für jedes Produkt, ohne Obergrenze.
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